Preismodelle

Festpreis vs. Zeit & Material

Die grundlegende Wahl zwischen Festpreisprojekten (Kunde trägt kein Überhang-Risiko, Agentur absorbiert Scope-Risiko) versus Abrechnung nach tatsächlichem Aufwand (Kunde trägt Überhang-Risiko, Agentur hat keinen Margenvorteil durch Effizienz).

Definition

Festpreis und Zeit & Material (Z&M) repräsentieren entgegengesetzte Enden des Risikospektrums in der Projektkalkulation.

Festpreis verlagert das gesamte Ausführungsrisiko auf die Agentur. Der Kunde zahlt einen Preis unabhängig vom tatsächlichen Aufwand. Wenn das Projekt überläuft, absorbiert die Agentur den Verlust. Festpreis erfordert eine präzise Scope-Definition, historische Daten zur Schätzung und ein Change-Order-Protokoll. Die Agentur profitiert von Effizienzgewinnen, ist aber Scope Creep ausgesetzt.

Z&M verlagert das Risiko auf den Kunden. Der Kunde zahlt für tatsächlich geleistete Stunden, sodass Überläufe direkt die Rechnung erhöhen. Z&M schützt die Agenturmargen bei unsicheren Scopes, erzeugt aber Kundenmisstrauen und schafft Anreize für Ineffizienz (real oder wahrgenommen). Die meisten anspruchsvollen Käufer lehnen reines Z&M daher ab.

Hybridmodelle werden zunehmend bevorzugt: ein fester Basisscope mit Z&M für Änderungen und Überhänge, oder eine "not-to-exceed"-Obergrenze für Z&M-Engagements. Die Daten von ScopeMetrix zeigen, dass reine Festpreise ohne Risikoprämie bei komplexen Projekten eine 30-40-prozentige Wahrscheinlichkeit negativer Marge haben, während hybride Ansätze dies auf unter 10 Prozent reduzieren.

Die Wahl zwischen Festpreis und Z&M sollte bewusst und datengestützt sein, kein Default aus vergangener Praxis.

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