Pricing-Mechanik

Scope Creep

Die unkontrollierte Ausweitung von Projektleistungen über den ursprünglich vereinbarten Umfang hinaus, üblicherweise ohne entsprechende Anpassung von Budget oder Zeitplan.

Definition

Scope Creep ist der größte Margenkiller in Agentur- und Beratungsprojekten. Er entsteht, wenn Kunden inkrementelle Änderungen, zusätzliche Features oder "kleine Anpassungen" einfordern, die einzeln harmlos wirken, kumuliert aber die Profitabilität des Projekts zerstören.

Die Mechanik ist vorhersehbar: Eine Agentur vereinbart ein Festpreisprojekt auf Basis eines definierten Scopes. Im Projektverlauf fordert der Kunde Klarstellungen, Erweiterungen oder Verfeinerungen. Weil jede Anfrage isoliert betrachtet klein wirkt, absorbiert die Agentur die Mehrarbeit, um die Beziehung nicht zu belasten. Zum Projektende übersteigt der tatsächliche Aufwand den geschätzten um 30 bis 70 Prozent und löscht jegliche Marge aus.

Scope Creep ist kein Kundenproblem. Es ist ein Problem der Pricing-Architektur. Festpreisverträge ohne klare Change-Order-Protokolle schaffen strukturelle Anreize für Scope-Ausweitung. Die Lösung liegt nicht in strengerer Durchsetzung, sondern in anderer Preismechanik: wertbasiertes Pricing mit präzisen Leistungsdefinitionen, Retainer mit gedeckeltem Scope oder Hybridmodelle, die Grundleistung und variable Aufwände trennen.

In Bayesschen Pricing-Modellen wird das Scope-Creep-Risiko als Wahrscheinlichkeitsverteilung über den finalen Aufwand quantifiziert. Projekte mit hoher Scope-Creep-Wahrscheinlichkeit erfordern entweder höhere Preise, vertragliche Leitplanken oder ein grundlegend anderes Engagement-Modell.

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