Pricing-Mechanik

Stundensatz-Falle

Die strukturelle Begrenzung, bei der stündliche Abrechnung das Umsatzpotenzial einer Firma auf die Anzahl verfügbarer abrechenbarer Stunden deckelt und damit eine implizite Einkommensobergrenze schafft — unabhängig vom gelieferten Wert.

Definition

Die Stundensatz-Falle ist die am weitesten verbreitete Einschränkung der Agenturprofitabilität. Wenn eine Firma stündlich abrechnet, ist ihr maximaler Umsatz: abrechenbare Stunden pro Person × Anzahl Personen × Stundensatz. Dies schafft drei strukturelle Probleme.

Erstens ist der Umsatz durch die Kapazität gedeckelt. Der einzige Weg, den Umsatz zu steigern, ist die Erhöhung der Sätze, die Einstellung von mehr Personal oder die Arbeit von mehr Stunden — alles harte Grenzen. Zweitens wird Effizienz bestraft — schnelleres Liefern desselben Ergebnisses reduziert den Umsatz. Drittens wird Wert ignoriert — ein brillanter Stratege, der ein Problem in einer Stunde löst, berechnet denselben Satz wie ein Junior, der vier Stunden für dasselbe Problem braucht.

Der Ausweg aus der Stundensatz-Falle erfordert den Wechsel zu wertbasierten, festen oder Retainer-Preismodellen, bei denen der Preis das Ergebnis statt den Input widerspiegelt. Es geht nicht um die Abschaffung der Zeiterfassung (nützlich für die Kostenrechnung), sondern um die Entkopplung der Kundenpreise von der internen Aufwandsermittlung.

PMI-Daten zeigen, dass Firmen mit stündlicher Abrechnung durchschnittlich 5-8 Prozentpunkte niedrigere Margen haben als Firmen mit wertbasierten oder hybriden Modellen. Der Unterschied bei 1 Mio. € Umsatz beträgt 50.000-80.000 € Nettomarge pro Jahr — der Preis des Verbleibs in der Falle.

Die Stundensatz-Falle ist keine Pricing-Strategie. Sie ist ein Default, der fortbesteht, weil die Alternativen schwierigere Gespräche mit Kunden über Wert erfordern.

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