Pricing-Strategie

Tier-Architektur

Eine Preisstruktur, die Kunden die Wahl zwischen Good-, Better- und Best-Service-Levels bietet, jeweils mit steigendem Umfang und Preis, gestaltet zur Erfassung unterschiedlicher Zahlungsbereitschaften.

Definition

Die Tier-Architektur (Good-Better-Best) ist der effektivste Weg, Pricing über Kundensegmente hinweg zu differenzieren, ohne jeden Deal individuell zu kalkulieren. Jede Stufe bündelt einen eigenen Leistungsumfang, Lieferansatz und Preispunkt.

Good (Einstieg) erfasst preisbewusste Kunden mit einem schlanken Scope. Better (Mitte) repräsentiert das Standard-Angebot mit vollem Umfang und angemessenen SLAs. Best (Premium) bündelt Priority-Zugang, schnellere Lieferung und strategische Add-ons zur höchsten Marge.

Die entscheidende Erkenntnis: Best-Tier-Kunden sind oft profitabler als Good-Tier-Kunden, und zwar um ein Vielfaches mehr als der Preisunterschied vermuten lässt — weil die zusätzlichen Lieferkosten häufig geringer sind als der zusätzliche Preis. Eine Premium-Stufe für 50.000 € kostet vielleicht nur 10.000 € mehr in der Lieferung und erzeugt damit 40.000 € zusätzliche Marge.

Die Umsetzung erfordert die Segmentierung der Kunden nach Zahlungsbereitschaft und die Gestaltung von Stufen, die: (1) unterschiedlich genug sind, um den Preisabstand zu rechtfertigen; (2) die Mittelstufe als Standard-Empfehlung schützen; und (3) Leistungen enthalten, die die Agentur wenig kosten, aber vom Kunden hoch bewertet werden.

Audit-Daten von ScopeMetrix zeigen, dass Agenturen mit einer formalen Tier-Architektur durchschnittlich 40.000-80.000 € pro Jahr durch reduziertes Discounting und gestiegene durchschnittliche Deal-Werte zurückgewinnen.

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